Hinweis: Diese Webseite ist für die von Ihnen genutzte Browser-Version nicht optimiert.

Die Stromerzeugung im April und Mai

15.06.2018 – Die gesamte Stromerzeugung in Deutschland ist in den Monaten April und Mai um 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Die Einspeisung von erneuerbaren Energien stieg um gut 14 Prozent. Konventionelle Energieträger haben ihre Einspeisung im Vergleich zum Vorjahr um rund 13 Prozent reduziert.

Die Stromerzeugung aus Windkraft legt im April stark zu.

Die Stromerzeugung in Deutschland aus erneuerbaren und konventionellen Energiequellen betrug im April und Mai 2018 insgesamt 82,3 TWh. Das sind 2,5 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dies liegt zum Teil daran, dass der Mai 2018 Feiertage hatte, die 2017 in den Juni fielen. An Feiertagen ist der Strombedarf und somit auch die Erzeugung geringer. Die erneuerbaren Energien trugen mit 36,9 TWh zur Gesamtstromerzeugung bei (plus 14 Prozent). Die konventionellen Energieträger erzeugten 45,4 TWh (minus 13 Prozent).

Verglichen mit dem Stromverbrauch Deutschlands deckten erneuerbare Energien 45,4 Prozent ab – ein Zuwachs um 4,4 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Hier sind vor allem zwei Daten zu nennen: An den wind- bzw. sonnenreichen Feiertagen 1. und 21. Mai speisten die erneuerbare Energien so viel Strom in das Netz ein, dass sie den Stromverbrauch kurzzeitig vollständig decken konnten. Dies kam laut den auf SMARD vorliegenden Daten bislang dreimal vor: am 8. Mai 2016, am 30. April 2017 und am 1. Januar 2018.

Aufgrund des zunehmenden Ausbaus von erneuerbaren Energien ist für die Zukunft häufiger zu erwarten, dass der Stromverbrauch ausschließlich von nachhaltigen Energieträgern gedeckt wird. Die sichere Stromversorgung ist stets durch ausreichende konventionelle Kraftwerke gewährleistet. Zudem wird Strom grenzüberschreitend gehandelt. Deutschland kann somit bei Bedarf Strom auch aus Nachbarländern beziehen.

Erneuerbare Energien haben im Mai zweimal den gesamten Verbrauch gedeckt. Am Beispiel des 1. Mai ist gut zu sehen, wie erneuerbare Energien zur Mittagszeit mehr eingespeist haben, als in Deutschland verbraucht wurde (orange Linie).

Die in absoluten Zahlen höchste Erzeugung aus allen Energieträgern in den beiden Monaten erfolgte am Dienstag, den 5. April 2018, zwischen 11 und 12 Uhr mit 82 GWh. Die niedrigste Erzeugung fand am Freitag, den 22. April, mit 30,5 GWh in einer frühen Morgenstunde statt. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Zuwachs von 1,8 Prozent beim Höchstwert beziehungsweise ein Rückgang von 17,8 Prozent beim Tiefstwert.

Die Grafik zeigt die Stromerzeugung und den -verbrauch im April und Mai. Dargestellt je Datenpunkt sind die gesamte Stromeinspeisung und der Stromverbrauch des jeweiligen Tages. Am 5. April 2018 war die höchste Einspeisung während einer Stunde. Dies spiegelt sich in den Tageswerten wieder: Auch über alle Stunden kumuliert wurde an diesem Tag die höchste Strommenge erzeugt.

Höchste und niedrigste Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien

Die Stromversorgung aus erneuerbaren Energien basiert in Deutschland zum Großteil aus Anlagen zur Nutzung der Wind- und Sonnenenergie. Diese Anlagen speisen die größte Strommenge bei starkem Wind und intensivem, langanhaltenden Sonnenschein ein. Dies war besonders am 30. April 2018 der Fall. Im April brachte unter anderem Hoch Norbert sommerliche Temperaturen und eine größere Einspeisung aus Photovoltaik (PV). Die zu dieser Zeit ungewöhnlich hohe Anzahl an Sonnenstunden sorgte für einen hohen Anteil von PV-Strom.

Auch der Mai 2018 zeigte sich deutlich sonniger als im Vorjahr. Die PV-Stromerzeugung lag in der Folge mit 5,9 TWh um 15,6 Prozent über dem Vorjahreswert von 5,1 TWh. Das ist der bislang höchste Einspeisewert aus Photovoltaik in einem Monat. Die eingespeiste Windenergie legte im Mai 2018 mit 7,2 TWh gegenüber 5,7 TWh im Vorjahr sogar um 26,7 Prozent zu. Der Mai 2017 hatte sich eher regnerischer präsentiert, was in einigen Teilen Deutschlands für eine geringe PV-Einspeisung gesorgt hatte.

Die maximale Stromerzeugung in einer Stunde erreichten erneuerbare Energieträger am Montag, den 30. April 2018, von 12 bis 14 Uhr mit je 55,3 GWh. Das sind 4,5 Prozent mehr als das Stundenmaximum der Vorjahresmonate (52,9 GWh) und rund das 2,1-fache des Stundendurchschnitts von April und Mai 2017 (25,2 GWh). Die geringste Einspeisung von Erneuerbaren erfolgte am 19. Mai 2018 von 4 bis 5 Uhr mit 8,3 GWh in einer Stunde (Vorjahr: 7,3 GWh). An den Feiertagen und Brückentagen im Mai wurde die Einspeisung aus konventionellen Energieträgern relativ stark heruntergefahren. Dies führte insgesamt zu einem größeren Anteil der Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energieträgern.

In der Grafik zu sehen ist der 30. April 2018, der Tag mit der maximalen Erzeugung von erneuerbaren Energien. Beim Überfahren der Grafik mit der Maus werden die Einzelwerte angezeigt. Die orange Linie zeigt den Stromverbrauch an.

Höchste und niedrigste Stromerzeugung aus konventionellen Energieträgern

Bei vorherrschend geringem Verbrauch sowie sonnigem, windigem Wetter und damit verbunden niedrigen Großhandelspreisen, ist auch das Drosseln von technisch weniger flexiblen konventionellen Kraftwerken für einige Tage wirtschaftlich. Diese haben sich somit flexibel an die Einspeisung durch erneuerbare Energien und den Stromverbrauch angepasst. Der Minimalwert von konventionellen Energieträgern wurde mit 14,6 GWh in einer Stunde am Pfingstmontag, den 21. Mai 2018, erreicht. Zeitgleich erzeugten die Erneuerbaren etwa 3,5-Mal so viel Strom. Ihr Maximum erreichten die konventionellen Energieträger am Dienstag, den 17. April 2018, von 19 bis 20 Uhr mit 51,5 GWh in einer Stunde. In dieser Zeit speisten Erneuerbare nur 9,4 GWh ein.

Die grundsätzliche Flexibilität des deutschen Kraftwerksparks beleuchtet der Artikel zum Sturmtief Sebastian vom vergangenen Oktober genauer.