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Der Stromhandel im November und Dezember 2018

15.01.2019 – Deutschland exportierte in den beiden vergangenen Monaten zwar erneut mehr Strom als es importierte. Der Nettoexport fiel jedoch um 12,7 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum. Größte Importeure von hier produziertem Strom waren Österreich, Frankreich und die Niederlande. Der Großhandelsstrompreis lag im Durchschnitt bei 52,33 Euro/MWh und somit deutlich über dem Durchschnittspreis im gleichen Vorjahreszeitraum.

Stromhandel im November und Dezember 2018

In den Monaten November und Dezember betrug der kommerzielle Nettoexport Deutschlands 11,2 TWh. Das entspricht 12 Prozent des in diesem Zeitraum in Deutschland produzierten Stroms. Im Vergleich zum Vorjahr fiel der Nettoexport um 12,7 Prozent. Hauptabnehmer war Österreich, in das nach Abzug der Importe mit 4700 GWh am meisten netto exportiert wurde (minus 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). An zweiter Stelle lag Frankreich mit 2751 GWh (minus 46 Prozent) vor den Niederlanden, in die netto 2341 GWh exportiert wurde (plus 73 Prozent).

Der deutliche Rückgang der Stromexporte nach Frankreich lässt sich durch die veränderte Preisdifferenz erklären. Während die Preise in Deutschland im November und Dezember deutlich über den Preisen des gleichen Vorjahreszeitraums lagen, blieben die durchschnittlichen Großhandelspreise in Frankreich im Vergleich zum Vorjahr weitgehend unverändert. Dadurch sank der Preisunterschied zwischen beiden Ländern: Lag der durchschnittliche Großhandelspreis in unserem westlichen Nachbarland im Vorjahreszeitraum noch gut 24 Euro über dem Deutschen, so betrug diese Differenz in den letzten beiden Monaten des Jahres 2018 nur noch knapp 9 Euro. Häufiger als im Vorjahreszeitraum lagen die Preise beider Länder auf dem gleichen Niveau oder waren in Frankreich sogar niedriger als in Deutschland. Ein Export nach Frankreich war daher im November und Dezember insgesamt in weniger Stunden lohnend als noch ein Jahr zuvor.

Nettoimporteur war Deutschland gegenüber Dänemark (674 GWh), Schweden (287 GWh) und Polen (9 GWh). Insgesamt wurden aus diesen Ländern netto 970 GWh bezogen. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine Reduktion der gesamten Stromimporte um 44 Prozent. Im Vorjahreszeitraum hatte Deutschland auch aus Tschechien netto Strom importiert. In den Monaten November und Dezember des Jahres 2018 exportierte Deutschland hingegen rund 117 GWh Strom nach Tschechien.


Die Grafik stellt den kommerziellen Stromhandel von Deutschland im Überblick dar. (Brutto-)Exporte werden oberhalb, (Brutto-)Importe unterhalb der Null-Linie dargestellt.

Der Großhandelspreis in Deutschland

Die Großhandelsstrompreise haben im Vergleich zum Vorjahr stark zugelegt: Die Stundenprodukte des EPEX-Spot-Day-Ahead-Markts wurden in den Monaten November und Dezember zwischen -19,43 und 128,26 Euro je Megawattstunde (Euro/MWh) gehandelt, im Durchschnitt zu einem Preis von 52,33 Euro/MWh. Dies sind 16,90 Euro/MWh mehr als im Vorjahr.

Den höchsten Börsenpreis auf dem Day-Ahead-Markt der beiden vergangenen Monate gab es am Donnerstag, den 22. November, in der Zeit von 17 bis 18 Uhr mit 128,26 Euro/MWh. Zu diesem Zeitpunkt traf die Stromnachfrage eines Wochentages auf eine verringerte Erzeugung aus erneuerbaren Energien. Zudem lagen die Preise im Ausland teilweise deutlich über den Preisen in Deutschland, so dass ein Teil der Stromerzeugung ins Ausland floss (netto 4,8 GWh). Beides wirkte preiserhöhend in Deutschland.

Zur Zeit des niedrigsten Strompreises mit minus 19,43 Euro/MWh am Sonntag, den 30. Dezember, zwischen 7 und 8 Uhr fand ein sehr hoher Export ins Ausland statt. Der Nettoexport betrug 13 GWh. An diesem Sonntagmorgen traf ein niedriger Stromverbrauch auf eine relativ hohe Erzeugung von Strom mit Windenergieanlagen. Allein die Windenergie konnte zu diesem Zeitraum rund 77 Prozent der gesamten Nachfrage decken.

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